Unser Hotel hat nunmehr knapp 90 Personen im Haus, die Mehrheit davon Kinder. Hier nun einen ein paar kurze Einblicke:

  • Ein großer Teil unserer Tätigkeit fließt in die Registrierung bei den Ämtern – Formulare und Fragebögen und gleichzeitig immer nur mit Dolmetscher möglich. Wir können ja nicht mal die Daten im Pass lesen!
  • Wir bauen mit den Menschen eine Organisationsform auf, wo viel auch selbst getan wird. Wir haben Köchinnen da, beginnen Kinderbetreuung zu organisieren, die Mütter machen die Räume sauber im Schichtsystem und demnächst wird es auch Sprachunterricht für alle, dies es wollen geben und Unterricht für die „Kleinen“. Die Ukraine ist im Bereich Schule übrigens besser organisiert als wir – ab 5. Klasse gibt es jeden Vormittag online Unterricht.
  • Wir versuchen, Sportangebote zu schaffen – fast 50 Kinder haben viel Bewegungsdrang, der im Haus leicht schwierig wird.
  • Wir haben gelernt, dass die UkrainerInnen doch eine andere Küche haben – und unser Herr Naul ist tief beeindruckt, wie sparsam gewirtschaftet und gekocht wird. Was wird vor allem gemocht und verzehrt? Eintopf in allen Varianten, viel Joghurt, frisches Obst und sehr, sehr viel Kaffee….
  • Nun ist auch eine Friseurin angekommen, alle freuen sich schon – wir werden für Equipment sorgen.
  • Es kamen auch aus der Nachbarschaft immer wieder Spenden, nun konnten die knappen Kleidungsvorräte schon etwas aufgestockt werden, es gibt Spielzeug. Spenden werden wir nur noch nach genauem Bedarf einwerben – es kam leider auch viel Minderwertiges, was wir umständlich entsorgen mussten. Glücklicherweise haben wir weiter ehrenamtliche Helfer, wenn auch derzeit viele an COVID erkranken.
  • Unerfreulich war, dass es auch Trittbrettfahrer gab und gibt in der Stadt. Familien mit ukrainischem Pass, die gar keine Flüchtlinge sind. Wir mussten letzte Woche 11 Personen an die Luft setzen, dies ging auch mit sehr schwierigem Sozialverhalten von deren Seite einher.
  • Wir werden uns demnächst mit der Überleitungsmöglichkeit in die Apartments beschäftigen. Da dies nicht ganz in die Vorschriften passt, werden wir hier vorherige Kommunikation mit den Ämtern nötig haben. Wir richten uns darauf ein, bis Ende April 40 Zimmer in dieser Nutzung zu haben. Durch den Abfluss der Flüchtlinge in die anderen Bundesländer ist der Druck geringer geworden.