Die Gründung
Die Bürgermeister-Reuter-Stiftung wurde am 17. April 1953 vom Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Theodor Heuss und des Gründungskuratoriums, dem Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus den USA, der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins angehörten, gegründet. Die offizielle Genehmigung erteilte der Senator für Justiz am 18. April 1953.
Die Aufgabe
Die Aufgabe der Stiftung sollte es sein, hilfebedürftige Flüchtlinge, die aufgrund des ökonomischen und politischen Drucks in der sowjetischen Besatzungszone nach West-Berlin kamen, zu unterstützen. Allein im Jahr 1952 gab es 117.735 registrierte und 58.400 illegale Flüchtlinge in West-Berlin. Die Hilfeleistung für die Flüchtlinge sollte nicht als Entlastung der allgemeinen staatlichen Flüchtlingshilfe dienen sondern als zusätzliche Unterstützung angesehen werden.
Drei Personengruppen galten als unterstützungswürdig:
Das Hilfsprogramm war mit Vertretern des International Rescue Committee erarbeitet worden und beinhaltete unter anderem:
Errichtung einer Kaffee- und Milchstube für Flüchtlinge am Flughafen Tempelhof. Bezuschussung von Getränkeausgaben für Flüchtlinge. Bezuschussung von in Berlin verbleibenden Flüchtlingen in Form von Stipendien, Ausbildungsbeihilfen, Bezuschussung von Flüchtlingskindergärten, Näh- und Bügelstuben.
Die Organe
Zum Geschäftsführer wurde Herr Dr. Wilbrandt ernannt und auf Vorschlag des IRC wurde Ernst Reuter zum Vorstand bestellt.
Der Aufsichtsrat setzte sich wie folgt zusammen:
Alle Ämter werden von den Beteiligten ehrenamtlich übernommen.
Die Mittel
Die Mittel wurden vom International Rescue Committee, eine 1933 in den Staaten gegründete Wohlfahrtsorganisation, die sich besonders den Vertriebenen und Flüchtlingen annahm, aus freiwilligen Spenden der amerikanischen Bevölkerung gesammelt. Ernst Reuter, der am 14. März 1953 nach New York gekommen war, verstand es, die Augen der Amerikaner für die Nöte der Flüchtlinge in Berlin zu öffnen. Überall gewann er Freunde und Helfer. Nach Abschluss seiner USA-Reise betrugen die von Ernst Reuter gesammelten Spenden rund eine Million US-Dollar und flossen als Vermögen in die Stiftung ein.