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Die Stiftung

Die Bürgermeister-Reuter-Stiftung wurde am 17. April 1953 vom Regierenden Bürgermeister Ernst Reuter unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Theodor Heuss und des Gründungskuratoriums, dem Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus den USA, der Bundesrepublik Deutschland und West-Berlins angehörten, als privatrechtliche Einrichtung gegründet. Die offizielle Genehmigung erteilte der Senator für Justiz am 18. April 1953.

Die Aufgabe

Die Aufgabe der Stiftung sollte es sein, hilfebedürftige Flüchtlinge, die aufgrund des ökonomischen und politischen Drucks in der sowjetischen Besatzungszone nach West-Berlin kamen, zu unterstützen. Die Hilfeleistung für die Flüchtlinge sollte nicht als Entlastung der allgemeinen staatlichen Flüchtlingshilfe dienen sondern als zusätzliche Unterstützung angesehen werden.

Drei Personengruppen galten als unterstützungswürdig:

  • Neu in Berlin angekommene, noch im Notaufnahmeverfahren befindliche Flüchtlinge, in der Zeit bis zu ihrer Eingliederung.
  • Politisch verfolgte, bereits aufgenommene Flüchtlinge sowie im Notaufnahmeverfahren abgelehnte, sogenannte illegale Flüchtlinge, die auf längere Zeit in Berlin Asyl suchen müssen.

Das Hilfsprogramm war mit Vertretern des International Rescue Committee erarbeitet worden und beinhaltete unter anderem:

Errichtung einer Kaffee- und Milchstube für Flüchtlinge am Flughafen Tempelhof. Bezuschussung von Getränkeausgaben für Flüchtlinge. Bezuschussung von in Berlin verbleibenden Flüchtlingen in Form von Stipendien, Ausbildungsbeihilfen, Bezuschussung von Flüchtlingskindergärten, Näh- und Bügelstuben.

Die zugesprochene Gemeinnützigkeit verpflichtet die Stiftung dem Gemeinwohl zu dienen, unter anderem zur Förderung von Studenten, Schülern und Auszubildenden. In diesem Zusammenhang werden das Ernst-Reuter-Haus, das Walter-May-Haus, das Paul-Hertz-Haus, die Brunnenstraße, der Hanielweg und die Keithstraße sowie das JGH Berlin eigenständig betrieben. Die Stiftung bemüht sich preiswerten und bezahlbaren Wohnraum für Studenten, Sprachschüler, Auszubildende, Schul-, Sport- und Jugendgruppen aus dem In- und Ausland zur Verfügung zu stellen.

Um das Erbe von Ernst Reuter auch weiterhin zu erhalten, ist die Bürgermeister-Reuter-Stiftung bestrebt, neue Objekte in die Bewirtschaftung zu übernehmen, um somit neuen Wohnraum für Studenten, Schüler, Azubis sowie Arbeitnehmer zu schaffen.

Die Organe

Zum Geschäftsführer wurde Herr Dr. Wilbrandt ernannt und auf Vorschlag des IRC wurde Ernst Reuter zum Vorstand bestellt.

Der Aufsichtsrat setzte sich wie folgt zusammen:

    Herr Senator Bach, Senatsverwaltung für Sozialwesen,
    Herr Baudler, Geschäftsführer des Berliner Zentralausschusses für die Verteilung von Liebesgaben,
    Herr Böhme, persönlicher Referent des Bürgermeisters und die vom ICR (International Rescue Committee) Herr Sternberg aus Berlin, Opel aus Frankfurt a-M. und
    Frau Matson aus München.

Alle Ämter werden von den Beteiligten ehrenamtlich übernommen.

Die Mittel

Die Mittel wurden vom International Rescue Committee, eine 1933 in den Staaten gegründete Wohlfahrtsorganisation, die sich besonders den Vertriebenen und Flüchtlingen annahm, aus freiwilligen Spenden der amerikanischen Bevölkerung gesammelt. Ernst Reuter, der am 14. März 1953 nach New York gekommen war, verstand es, die Augen der Amerikaner für die Nöte der Flüchtlinge in Berlin zu öffnen. Überall gewann er Freunde und Helfer. Nach Abschluss seiner USA-Reise betrugen die von Ernst Reuter gesammelten Spenden rund eine Million US-Dollar und flossen als Vermögen in die Stiftung ein.

Das Leitbild

  • Das Leitbild der Stiftung ist in der Tradition der Stiftung begründet.
  • Es übersetzt den Gründungsgedanken der Stifter in die Gegenwart und vermittelt eine zukunftsfähige Perspektive.
  • Es ist eine von der Vergangenheit über die Gegenwart in die Zukunft reichende Orientierung im Geiste der Person und des Gründers Ernst Reuters.

Wir arbeiten daher auf der folgenden Basis.

Global und multikulturell

Die Stiftung im Geist von Ernst Reuter ist schon lange ein Vorreiter für multikulturelles Denken und Handeln.

Multikulturalität und Internationalität haben sich aus dem Gründungsgedanken heraus entwickelt und gehören zu den traditionellen Stärken der Stiftung: gegenwärtig bieten wir Menschen aus 100 Nationen ein Zuhause. Diese Vielfalt wollen wir auch in Zukunft erhalten, pflegen und fördern.

Weltoffen und gastfreundlich

In Abwandlung des berühmten Ausspruchs unseres Gründers Ernst Reuter an die Völker der Welt: "Kommt, lernt, arbeitet und lebt in dieser Stadt!".

Das bedarfsgerechte und zeitgemäße Angebot beinhaltet in Berlin attraktive ,Guest-in-Residence’ Programme für:

  • Studenten/Schüler/Azubis,
  • Arbeitnehmer aus aller Welt
  • Wissenschaftler/Künstler/Geschäftsreisende

und leistet damit zugleich einen soliden Beitrag zur nationalen und internationalen Attraktivität Berlins.

Kostengünstig, modern und zukunftsorientiert

Nicht Gewinnmaximierung, sondern solide Kostendeckung bestimmen das betriebswirtschaftliches Konzept. Um das Stiftungsvermögen der Allgemeinheit für die Zukunft zu erhalten und weiter zu entwickeln, gehen Rücklagen für Werterhalt und Investitionen in unsere Kalkulationen ein.

„Kostengünstig" darf nicht „billig" sein. Ziel ist eine technisch und ästhetisch zukunftsorientierte Dienstleistung, die den Qualitätsanforderungen der Kunden entspricht. Deshalb wird permanent an einer zeitgerechten Ausstattung sowie an einem bedarfsgerechten Service und hohen Qualitätsstandards gearbeitet.